Mit dem Bike auf den Kilimanjaro

Pepe Läubli, Abenteuerreisen Guide

 

Juli 2020

Zu Fuss auf den Kilimanjaro ist schon eine Wahnsinnsleistung. Mit dem Bike wird der Trip zum Abenteuer deines Lebens.

Durch verschiedene Klimazonen zum Basecamp

Den Gipfel von Afrikas höchstem Berg auch tatsächlich zu erreichen, hängt fast ausschliesslich von einem Faktor ab: Der Akklimatisation. Darum begannen wir nach der Ankunft in unserem Hotel, mitten in den Bananenplantagen in Tansania mit einem lockeren Tag. Bike zusammenbauen, eine kleine Umgebungstour und Ausruhen am Pool. Am nächsten Tag ging’s dann mit unserem Abenteuer richtig los. Wir wurden von unserer Local Crew, bestehend aus etwa 20 Männern und einer Frau mit einem Bus abgeholt und zum Ausganspunkt, dem Kilema Gate gebracht. Von da aus arbeiteten wir uns in insgesamt vier Etappen gemächlich zu unserem Basecamp den Kibo Huts vor. Dabei durchquerten wir vier verschiedene Klimazonen; von der Savanne über Plantagen zum Regenwald, weiter durch Heide und Moorland bis zur Hochwüste. Wir staunten, wie viel wir hier doch noch fahren konnten. Doch einige Stellen waren definitiv zu steil und wir entschlossen, unsere Bikes zu schieben oder zu tragen, um unser Pulver nicht schon in den ersten Tagen zu verschiessen. Wir benötigten die Energie definitiv noch für den grossen Gipfeltag.

Unterwegs zum Base Camp

Das Bike-Depot

Denn ab Kibo Hut galt es, 1’200 Höhenmeter zurückzulegen und das ab einer Höhe von bereits 4’700 m ü. M.!
Um uns optimal akklimatisieren zu können haben wir uns auch da einen Ruhetag gegönnt. Diesen haben wir dann genutzt um unsere Bikes auf ca. 5’300 m ü. M., kurz oberhalb den Hans Meyer Caves zu deponieren, sodass wir am Gipfeltag unsere Bikes nicht die kompletten 1’200 Höhenmeter buckeln mussten. Unsere Local Guides, welche uns stets zu Fuss begleitet haben, fragten uns an diesem Tag immer wieder, ob sie uns das Bike abnehmen sollen. Aber unser Kopf hat dies nicht zugelassen… Man(n) will ja alles alleine geschafft haben.

Mit dem Bike auf dem Rücken geht es Richtung Gipfel.

Der Gipfeltag

Um kurz nach Mitternacht ging’s los und wir machten uns nach einer Schale Porridge auf zum Gipfel. Die Müdigkeit und die Strapazen der letzten Tage stand uns allen ins Gesicht geschrieben und das Tempo bei Stirnlampenlicht war so unendlich langsam, dass mir die gleiche Strecke vom Vortrag doppelt so lange vorkam. Nachdem wir doch noch eine Gruppe Hiker überholt hatten und unsere Bikes erreichten, ging’s so richtig ans Eingemachte. Bikes auf den Rücken und weiter. Kurz unterhalb Gilman’s Point, wo es ein etwa 100 Höhenmeter langes Felsband zu bezwingen galt, habe ich, nach wiederholtem Nachfragen von Guide Jackson, meinem Ego nachgegeben und ihm mein Bike in der Kletterpartie überlassen. Im Nachhinein das einzig richtige, da ich so meine Kräfte für’s Runterfahren schonen konnte. Man hat ja auch Verantwortung als Guide. «Selbstverständlich» habe ich nach der Kletterpartie mein Pipeline wieder an mich genommen. Am Gilman’s Point-Kraterrand konnten wir einen sensationellen Sonnenaufgang erleben, welcher uns noch mal einen Schub gab um die letzten 300 Höhenmeter anzugehen. Der Pfad wurde flacher, war aber keineswegs weniger anstrengend. Jetzt fühlte sich jeder Schritt schwer an. Luft zum Atmen war schon längst Mangelware und nur noch der eiserne Wille hält dich vom Hinsetzen oder Aufgeben ab.
Um 06.50 Uhr haben wir den höchsten Punkt Afrikas, den Uhuru Peak auf 5895 m ü.M. erreicht. Doch um richtig Jubeln zu können, war der Sauerstoff eher knapp. Für ein Gipfelfoto ist aber immer Zeit und wir posierten und setzten unser schönstes Lächeln auf, wobei ich aufpassen musste, dass ich keinen Krampf in der Gesichtsmuskulatur bekam; soviel zum Sauerstoffmangel.

 

Pepe auf dem Uhuru Peak, Kilimanjaro Bike Expeditoin 2018

Die Abfahrt 

Doch die Belohnung stand noch aus! 5000 Höhenmeter auf dem Bike talwärts. Nun ja, die ersten paar Meter waren noch nicht so ganz flowig. Wir mussten uns zusammenreissen, dass wir überhaupt geradeausfahren konnten. Bis kurz nach dem Felsband beim Gilman’s Point war es eine
verhaltene Abfahrt. Aber danach unbeschreiblich: steilste Kiesabhänge laden zum Runtersurfen ein, freie Linienwahl wo immer du fahren möchtest, danach feinste Singletrails durch die Hochwüste die zu Beginn einfach und immer ver
blockter wurden. Zum Schluss eine Vollgas-Abfahrt durch die unteren drei Klimazonen. Was will man mehr!

Ein unvergessliches Abenteuer, bei welchem mir erst im Nachhinein bewusst wurde, was wir eigentlich geleistet haben… und wir bestimmt ein Leben lang davon erzählen werden.

Die Abfahrt vom Kilimandscharo

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Mountainbike

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Bikereise auf den höchsten Berg Afrikas
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Region: Tansania
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